Samstag

24. Dezember 2011

 

4. ADVENT
HOHER ADVENT

Die nahende Freude

 

Predigttext

 

2. Kor 1, 18-22 (IV. Reihe)

Wochenspruch

 

Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe.

Wochenlied

 

Nun jauchzet, all ihr Frommen (EG 9)


Glaubenszeugen   Wochenspruch   Wochenpsalm
 
Morgen (2. Lesung)   Vigil zum Christfest   Christvesper
 
Gebete: Morgen   Mittag   Abend
 
Morgen (1. Lesung)
(1. Lesung nur, wenn keine Vigil gehalten wird)

Die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der HERR gemacht hatte, und sprach zu dem Weibe: Ja, sollte Gott gesagt haben: ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten? Da sprach das Weib zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, daß ihr nicht sterbet! Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esset, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist. Und das Weib sah, daß von dem Baum gut zu essen wäre und daß er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon, und er aß. Da sprach Gott der HERR zu der Schlange: Weil du das getan hast, seist du verflucht, verstoßen aus allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Erde fressen dein Leben lang. Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen; der soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen. Und zum Weibe sprach er: Ich will dir viel Mühsal schaffen, wenn du schwanger wirst; unter Mühen sollst du Kinder gebären. Und dein Verlangen soll nach deinem Manne sein, aber er soll dein Herr sein. Und zum Manne sprach er: Weil du gehorcht hast der Stimme deines Weibes und gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen -, verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen. Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden. Und Adam nannte sein Weib Eva; denn sie wurde die Mutter aller, die da leben. Und Gott der HERR machte Adam und seinem Weibe Röcke von Fellen und zog sie ihnen an. Und Gott der HERR sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist. Nun aber, daß er nur nicht ausstrecke seine Hand und breche auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich! Da wies ihn Gott der HERR aus dem Garten Eden, daß er die Erde bebaute, von der er genommen war. Und er trieb den Menschen hinaus und ließ lagern vor dem Garten Eden die Cherubim mit dem flammenden, blitzenden Schwert, zu bewachen den Weg zu dem Baum des Lebens.
1. Mose 3, 1-6. 14-24 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Der Mensch hat das Bild Gottes nicht bewahrt, er hat den Gottesfrieden gebrochen, fortan geht durch die Schöpfung der Riß der großen Störung. Diese Störung wird zuerst am menschlichen Leibe offenbar: das Wissen um die Nackheit zeigt den Verlust der bindlidren Einfalt, der Leib ist ausgeliefert an Schmerzen und Krankheit, dahingegeben unter die Fron der Arbeit, dem Tode verfallen. Mit der ganzen Schöpfung warten wir auf unsres Leibes Erlösung (Spieker [5], S. 7)
 
Morgen (2. Lesung)
 
Wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die Sünde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben. Denn die Sünde war wohl in der Welt, ehe das Gesetz kam; aber wo kein Gesetz ist, da wird Sünde nicht angerechnet. Dennoch herrschte der Tod von Adam an bis Mose auch über die, die nicht gesündigt hatten durch die gleiche Übertretung wie Adam, welcher ist ein Bild dessen, der kommen sollte. Wie nun durch die Sünde des Einen die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung gekommen, die zum Leben führt. Denn wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen zu Sündern geworden sind, so werden auch durch den Gehorsam des Einen die Vielen zu Gerechten. Das Gesetz aber ist dazwischen hineingekommen, damit die Sünde mächtiger würde. Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist doch die Gnade noch viel mächtiger geworden, damit, wie die Sünde geherrscht hat zum Tode, so auch die Gnade herrsche durch die Gerechtigkeit zum ewigen Leben durch Jesus Christus, unsern Herrn.
Röm 5, 12-14. 18-21 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Gewiß gehören wir alle noch in die Menschheitsreihe, die mit Adam beginnt. Wir sind noch der Sünde und dem Tode unterworfen. Aber durch unsere Taufe sind wir zugleich der neuen Menschheitsreihe eingefügt und haben seitdem Anteil an den Lebenskräften Christi. Im Nicaenischen Bekenntnis bekennen wir uns zu dem »Leben der zukünftigen Welt«. Das ist das Leben des neuen Aeon, in welchen auch du versetzt bist durch deine Taufe. So wird Adams Fall überwunden. Am 24. Dezember werden Adam und alle seine Kinder eingeladen, an der Seligkeit teilzuhaben, die in Christus begonnen hat. (Spieker [5], S. 18)

Wochenspruch
 
Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe.
Phil 4, 4.5b
 
Der Herr ist nahe; das heißt nicht nur, daß der Herr in einem allgemeinen und zeitlosen Sinn uns immer und überall nahe ist, sondern daß Er zu uns kommt und daß wir Seiner Erscheinung entgegengehen. Diese Gewißheit ist der tragende Grund aller Mahnungen des Neuen Testamentes, darum auch dieses Aufrufes zur Freude. Das Wort "Freude" ist in unserer Sprache verwandt mit Frieden, so wie das entsprechende griechische Wort verwandt ist mit Gnade. Freude ist das Gefühl der innersten Lebensgesundeit, die kraftvoll ausschreitende Bewegung dessen, der seines Weges gewiß ist. Christus, der zu uns kommende Christus, ist der Lebensraum, in dem unser ganzes Leben genesen kann, und diese Frieden, Freude und Güte ausstrahlende Gesundung unseres ganzen Wesens ist das Kennzeichen einer christlichen Existenz, die davon durchdrungen ist, daß Christus nicht nur "alle Jahre wieder" zu uns kommt, sondern daß Seine endgültige Erscheinung unsere eigentliche Zukunft ist.
(Spieker [5], S. 14)

© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 11-10-09
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