Donnerstag - 9. November 2017
GEDENKEN DER NOVEMBERPOGROME

Erinnerung und Umkehr



 Sext/Mittagsgebet


INGRESSUS

Gott, gedenke mein nach Deiner Gnade.
    Herr, erhöre mich mit Deiner treuen Hilfe.
Ehre sei dem Vater und dem Sohne
und dem Heiligen Geiste,
    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit
    und in Ewigkeit. Amen. Halleluja.

PSALMGEBET

Psalm

Antiphon

Noten

Noten

Psalm 22 A II


Mein Gott, mein Gott, *
warum hast Du mich verlassen,


    Du bist zu fern, mir zu helfen, *
    fern den Worten meines Flehens.


Ich rufe bei Tag - Du gibst keine Antwort, *
bei Nacht - ich finde keine Ruhe.


    Du aber thronst, der Heilige, *
    Du Lobpreis Israels!


Auf Dich vertrauten unsere Väter; *
sie vertrauten, Du hast sie gerettet.


    Zu Dir schrieen sie und sind entkommen, *
    Dir vertrauten sie
    und wurden nicht zuschanden.


Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, *
Spott der Leute, vom Volk verachtet.


    Alle, die mich sehn, verspotten mich, *
    verziehen den Mund und schütteln den Kopf:


„Wirf es auf den HERRN!”
„Der mag ihn befreien!” *
„Er rette ihn, Er hat ja Gefallen an ihm.”


    Du zogst mich aus meiner Mutter Schoß, *
    Du bargst mich an meiner Mutter Brust.


Auf Dich bin ich geworfen von Mutterleib an, *
von meiner Mutter Schoß her bist Du mein Gott.


    Sei nicht fern von mir. /
    denn Not ist nahe; *
    da ist kein Helfer.


Viele Stiere umgeben mich, *
Bullen Basans umringen mich.


    Ihr Maul sperren sie gegen mich auf, *
    Löwen, reißend und brüllend.


Hingeschüttet bin ich wie Wasser, *
alle Knochen fallen mir auseinander.


    Mein Herz ist wie Wachs *
    in meiner Brust zerflossen.


Meine Kehle ist trocken wie eine Scherbe, /
und meine Zunge klebt mir am Gaumen, *
Du legst mich in des Todes Staub.


    Denn viele Hunde umgeben mich, /
    die Rotte der Frevler umringt mich; *
    sie binden mir Hände und Füße.


Ich kann all meine Knochen zählen; *
doch sie gaffen und starren mich an.


    Sie teilen unter sich meine Kleider *
    und werfen das Los um mein Gewand.


Du, aber, HERR, sei nicht ferne; *
meine Stärke, eil' mir zu Hilfe!


    Errette mich vor dem Schwert, *
    mein Leben vor den Hunden.


Rette mich aus dem Rachen des Löwen /
und vor den Hörnern des Büffels, *
ja, Du hast mich erhört! +

[Antiphon
Es war um die sechste Stunde,
da kam eine Finsternis über das ganze Land.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,


    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.]

Antiphon
Es war um die sechste Stunde,
da kam eine Finsternis über das ganze Land.

VITA

Gedenken der Novemberpogrome
Am 7. November 1938 wurde die Kasseler Synagoge geschändet und zerstört. Weitere lokale Ausschreitungen gegen jüdische Mitbürger veranlassten die Führung der NSDAP, die sich am 9. November 1938 zum Gedenken an den 15. Jahrestag des Hitlerputsches in München versammelt hatte, SA und SS zu Aktionen im ganzen Reich anzuweisen. In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 brannten jüdische Synagogen, die Schaufenster jüdischer Geschäfte wurden zerschlagen, Wohnungen jüdischer Bürger demoliert und ihre Bewohner misshandelt. Nach heutiger Kenntnis starben während und unmittelbar in Folge der Ausschreitungen mehr als 1.300 Menschen, mindestens 1.400 Synagogen und Gebetshäuser in Deutschland und Österreich wurden stark beschädigt oder ganz zerstört. Das NS-Regime gab den Pogrom als „berechtigte und verständliche Empörung des deutschen Volkes” aus und propagierte die Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben. Am 10. November wurden mehr als 30.000 männliche Juden in Konzentrationslager verschleppt und die Massenmorde nahmen ihren Anfang.

KURZLESUNG

Tagesspruch
Wer nun weiß, Gutes zu tun,
und tut's nicht, dem ist's Sünde.


Lesung
Mt 5, 23-24
{Darum,} wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und dort kommt dir in den Sinn, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass dort vor dem Altar deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und opfere deine Gabe.

RESPONSORIUM

Wir haben gegen Dich gesündigt, *
Herr, sei uns gnädig, erbarme Dich unser.
    Wir haben gegen Dich gesündigt, *
    Herr, sei uns gnädig, erbarme Dich unser.
Erhöre, Christus, unser Rufen und Flehen.     Herr, sei uns gnädig, erbarme Dich unser.
Ehre dem Vater, Ehre dem Sohne,
Ehre dem Heiligen Geiste.
    Wir haben gegen Dich gesündigt, *
    Herr, sei uns gnädig, erbarme Dich unser.

KYRIE - VATERUNSER

Kyrie eleison.
    Christe eleison. Kyrie eleison.

Vater unser im Himmel, . . .

ANBETUNG - ANGELUS

Allmächtiger Gott, Du Vater des Lebens. Wir preisen Dich: Du hast Deinen Sohn Jesus Christus der ganzen Welt zum Trost gegeben. Du hast ihn zur Verherrlichung Deines Namens aus dem Grab hervorgeführt und ihn zum Fürsten des Lebens gemacht. Wir bringen Dir mit fröhlichem Herzen unsere Anbetung und unsern Dank. Schenke uns Anteil an seinem österlichen Sieg. Erfülle uns mit seinem Geist, dass wir hinfort ihm leben, der für uns auferstanden ist. In der Kraft seiner Auferstehung lasse die Schrecken des Todes überwunden sein. Lasse uns getrost der Stunde harren, da Deine Stimme auch uns rufen wird zur Auferstehung des Lebens. Wir beten Dich an:
    Heilig, Heilig, Heilig, ist Gott der Herr,
    der Allmächtige, der da ist und der da war
    und der da kommt.

Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft,
und sie empfing von dem Heiligen Geiste.
STILLE
Siehe, ich bin des Herrn Magd;
mir geschehe, wie du gesagt hast.
STILLE
Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns,
und wir sahen Seine Herrlichkeit.
STILLE
Deine Gnade, Herr, gieße uns in Herz und Sinn. Wir hören, was der Engel verkündigt und glauben: Christus, Dein Sohn, ist Mensch geworden. Führe uns durch Sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung. Dir sei Ehre in Ewigkeit.
    Amen.

MITTAGSKOLLEKTE

Gott, Du hast uns in Christus mit Dir selbst versöhnt. Lass uns darauf vertrauen, wenn wir unseren und fremden Erinnerungen begegnen. Du kennst unsere Ängste, auch unsere Unsicherheit un d Scham. Lass nicht zu, dass sie uns hindern, das Leid wahrzunehmen. das unser Volk über Dein Volk gebracht hat. Öffne unsere Augen, Ohren und Herzen, lass uns Gesten finden, die versöhnen und heilen.
    Amen.

SEGEN

Gott schenke uns Frieden
    und ewiges Leben

Vesper

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