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Lesung im Kirchenjahr
16. Sonntag nach Trinitatis
Der starke Trost


Sonntag
Montag
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Mittwoch
Donnerstag
Freitag
Samstag

 

Christus Jesus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium 2.Tim 1, 1-10 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Nachdem der Mensch vom Baum der Erkenntnis gegessen, ist ihm der Baum des Lebens versagt. Alles, was man zum Preis der Erkenntnis sagen kann, hebt den unheimlichen Zusammenhang von Wissen und Sterben nicht auf. Dem Tode ist große Macht gegeben, nicht nur leiblich schrecklich zu zerstören, edles Menschentum jählings zu vernichten, die Liebenden schmerzhaft voneinander zu reißen, sondern mehr noch die Herzen mit Angst zu erfüllen und die armen Sterblichen durch Todesfurcht schwach, erbärmlich und böse zu machen. Diese Macht hat Christus dem Tode genommen, indem Er selbst den Tod auf sich nahm und uns durch den Tod »hindurchreißt« in das wahre und unvergängliche Leben, das Er »ans Licht gebracht«, das heißt als einen wirklichen und gangbaren Weg erschlossen hat. Wo die Erkenntniskraft von der Versuchung zum Frevel der Hoffart geheilt und durch die Kraft der Demut und der Liebe gewandelt ist, da ist der Tod als der Fürst aller Schrecken durch den »Herzog« unseres Lebens entthront und entmächtigt.
(Spieker [5], S. 255)

Sonntag

16. SONNTAG NACH TRINITATIS

 

Wochenspruch

 

Christus Jesus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium

Wochenlied

 

O Tod, wo ist Dein Stachel nun (EG 113)
Was mein Gott will (EG 364)


Vorabend
 
Dies ist das Lied Hiskias, des Königs von Juda, als er krank gewesen und von seiner Krankheit gesund geworden war: Ich sprach: Nun muß ich zu des Totenreiches Pforten fahren in der Mitte meines Lebens, da ich doch gedachte, noch länger zu leben. Ich sprach: Nun werde ich den HERRN nicht mehr schauen im Lande der Lebendigen, nun werde ich die Menschen nicht mehr sehen mit denen, die auf der Welt sind. Meine Hütte ist abgebrochen und über mir weggenommen wie eines Hirten Zelt. Zu Ende gewebt hab ich mein Leben wie ein Weber; er schneidet mich ab vom Faden. Tag und Nacht gibst du mich preis; bis zum Morgen schreie ich um Hilfe; aber er zerbricht mir alle meine Knochen wie ein Löwe; Tag und Nacht gibst du mich preis. Ich zwitschere wie eine Schwalbe und gurre wie eine Taube. Meine Augen sehen verlangend nach oben: Herr, ich leide Not, tritt für mich ein! Was soll ich reden und was ihm sagen? Er hat's getan! Entflohen ist all mein Schlaf bei solcher Betrübnis meiner Seele. Herr, laß mich wieder genesen und leben! Siehe, um Trost war mir sehr bange. Du aber hast dich meiner Seele herzlich angenommen, daß sie nicht verdürbe; denn du wirfst alle meine Sünden hinter dich zurück. Denn die Toten loben dich nicht, und der Tod rühmt dich nicht, und die in die Grube fahren, warten nicht auf deine Treue; sondern allein, die da leben, loben dich so wie ich heute. Der Vater macht den Kindern deine Treue kund. Der HERR hat mir geholfen, darum wollen wir singen und spielen, solange wir leben, im Hause des HERRN!
Jes 38, 9-20 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Krankheit erschreckt uns durch die Einsicht, daß alles, woran wir unser Herz hängen, nichtig und flüchtig ist. Wenn Gott uns an die Grenze führt, zerschlägt Er uns alle unsre Berechnungen und Wünsche und läßt nur noch das E i n e übrig: den Ruf nach Ihm. Wer von Ihm aus solcher Not errettet wird, der kennt fortan seine Ohnmacht. Wir aber kennen Den, der uns vom Tode errettet und aus der Hölle herausführt. (Spieker [5], S. 240)
 
Alttestamentliche Lesung
 
Die Güte des HERRN ist's, daß wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß. Der HERR ist mein Teil, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen. Denn der HERR ist freundlich dem, der auf ihn harrt, und dem Menschen, der nach ihm fragt. Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des HERRN hoffen. Denn der HERR verstößt nicht ewig; sondern er betrübt wohl und erbarmt sich wieder nach seiner großen Güte.
Klgl 3, 22-26.31-32 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Der Weg dahin, daß man rühmen und Gottes immerwährende Treue preisen kann, ist der Weg des unbeirrsamen Gehorsams, ein beharrliches Wandern in entsagender Demut. Aber diesem Wandel gilt die Verheißung, daß Gott treu ist, daß Er »unser Teil« ist, daß Er sich erbarmt nach Seiner großen Güte. (Spieker [5], S. 257)
 
Epistel
 
{Denn} Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. Darum schäme dich nicht des Zeugnisses von unserm Herrn noch meiner, der ich sein Gefangener bin, sondern leide mit mir für das Evangelium in der Kraft Gottes. Er hat uns selig gemacht und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unsern Werken, sondern nach seinem Ratschluß und nach der Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor der Zeit der Welt, jetzt aber offenbart ist durch die Erscheinung unseres Heilands Christus Jesus, der dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat durch das Evangelium.
2.Tim 1, 7-10 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Der Ruf Gottes erreichte uns zuerst bei unserer Taufe, als Ruf der Gnade, welche alle unseren Werken zuvorkommt, als Ruf des Lebens, welcher uns herausholt aus dem Raum des Todes und uns hineinversetzt in einen Raum göttlicher Kräfte, welche wirksam sind durch die christliche Gemeinde. (Spieker [5], S. 139)
 
Evangelium
 
Es lag {aber} einer krank, Lazarus aus Betanien, dem Dorf Marias und ihrer Schwester Marta.
[Maria aber war es, die den Herrn mit Salböl gesalbt und seine Füße mit ihrem Haar getrocknet hatte. Deren Bruder Lazarus war krank.]
Da sandten die Schwestern zu Jesus und ließen ihm sagen: Herr, siehe, der, den du liebhast, liegt krank. Als Jesus kam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grabe liegen. Betanien aber war nahe bei Jerusalem, etwa eine halbe Stunde entfernt. Und viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, sie zu trösten wegen ihres Bruders. Als Marta nun hörte, daß Jesus kommt, geht sie ihm entgegen; Maria aber blieb daheim sitzen. Da sprach Marta zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Was du bittest von Gott, das wird dir Gott geben. Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta spricht zu ihm: Ich weiß wohl, daß er auferstehen wird - bei der Auferstehung am Jüngsten Tage. Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das? Sie spricht zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, daß du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt gekommen ist.
[Da hoben sie den Stein weg. Jesus aber hob seine Augen auf und sprach: Vater, ich danke dir, daß du mich erhört hast. Ich weiß, daß du mich allezeit hörst; aber um des Volkes willen, das umhersteht, sage ich's, damit sie glauben, daß du mich gesandt hast. Als er das gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! Und der Verstorbene kam heraus, gebunden mit Grabtüchern an Füßen und Händen, und sein Gesicht war verhüllt mit einem Schweißtuch. Jesus spricht zu ihnen: Löst die Binden und laßt ihn gehen! Viele nun von den Juden, die zu Maria gekommen waren und sahen, was Jesus tat, glaubten an ihn.]
Joh 11, 1 (2) 3, 17-27 (41-45) Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Der Zweifel sieht am Ende des Weges Christi nur den Tod: den Tod des Lazarus, den Tod des Herrn selbst, den Er am Kreuz erleiden soll. Der Feind, vor den sich Jesus gestellt sieht, ist der Tod. Darum ergrimmt Er »im Geist« über das, was der Feind in dieser Welt angerichtet hat, und darüber, daß auch Seine Freunde so völlig im Bann der Todesmacht stehn. Darum richtet Er in dieser Welt voll Verwesungsgeruch ein Zeichen auf: es gibt eine Macht, welche dieser Todesgewalt überlegen ist. Gott will auch d e i n Leben, diese sündige und verwesliche Fleischesnatur, verwandeln zu neuer Leiblichkeit aus der Kraft der Auferstehung Jesu Christi. (Spieker [5], S. 100/104)
 
Abend
 
Und Nathan ging heim. Und der HERR schlug das Kind, das Urias Frau David geboren hatte, so daß es todkrank wurde. Und David suchte Gott um des Knäbleins willen und fastete, und wenn er heimkam, lag er über Nacht auf der Erde. Da traten herzu die Ältesten seines Hauses und wollten ihn aufrichten von der Erde; er aber wollte nicht und aß auch nicht mit ihnen. Am siebenten Tage aber starb das Kind. Und die Männer Davids fürchteten sich, ihm zu sagen, daß das Kind tot sei; denn sie dachten: Siehe, als das Kind noch am Leben war, redeten wir mit ihm, und er hörte nicht auf uns; wie könnten wir ihm nun sagen: Das Kind ist tot! Er könnte ein Unheil anrichten. Als aber David sah, daß seine Männer leise redeten, merkte er, daß das Kind tot sei, und sprach zu seinen Männern: Ist das Kind tot? Sie sprachen: Ja. Da stand David von der Erde auf und wusch sich und salbte sich und zog andere Kleider an und ging in das Haus des HERRN und betete an. Und als er wieder heimkam, ließ er sich Speise auftragen und aß. Da sprachen seine Männer zu ihm: Was soll das, was du tust? Als das Kind lebte, hast du gefastet und geweint; nun es aber gestorben ist, stehst du auf und issest? Er sprach: Als das Kind noch lebte, fastete ich und weinte; denn ich dachte: Wer weiß, ob mir der HERR nicht gnädig wird und das Kind am Leben bleibt. Nun es aber tot ist, was soll ich fasten? Kann ich es wieder zurückholen? Ich werde wohl zu ihm fahren; es kommt aber nicht wieder zu mir zurück. Und als David seine Frau Batseba getröstet hatte, ging er zu ihr hinein und wohnte ihr bei. Und sie gebar einen Sohn, den nannte er Salomo. Und der HERR liebte ihn.
2.Sam 12, 15-24 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
David weiß um seine Schuld und um die Strafe, die der Prophet ihm angedroht hat. [11. So. nach Trinitatis AT] Darum nimmt er den Tod seines Kindes aus Gottes Hand und weiß, daß Gott es also geordnet hat, nicht nur für sein Kind, sondern auch für ihn selber, daß er sterben muß. So weiß er sich und sein Kind in Gottes Macht. (Spieker [5], S. 257)

Montag

16. SONNTAG NACH TRINITATIS

Morgen
 
{Denn} indem ihr {nun} frei geworden seid von der Sünde, seid ihr Knechte geworden der Gerechtigkeit. Ich muß menschlich davon reden um der Schwachheit eures Fleisches willen: Wie ihr eure Glieder hingegeben hattet an den Dienst der Unreinheit und Ungerechtigkeit zu immer neuer Ungerechtigkeit, so gebt nun eure Glieder hin an den Dienst der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn als ihr Knechte der Sünde wart, da wart ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun damals für Frucht? Solche, deren ihr euch jetzt schämt; denn das Ende derselben ist der Tod. Nun aber, da ihr von der Sünde frei und Gottes Knechte geworden seid, habt ihr darin eure Frucht, daß ihr heilig werdet; das Ende aber ist das ewige Leben. Denn der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn.
Röm 6, 18-23 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Vor uns steht das Entweder-Oder: auf der einen Seite die »Freiheit« des Sich-auslebens, die in Wahrheit Knechtschaft der Sinne und Triebe ist - nur mit Scham kannst du daran gedenken, daß du selber auf diesem Wege warst, du hast erkannt, daß es ein Weg der Erniedrigung und Selbstzerstörung war; auf der andern Seite der Dienst Gottes in Zucht und Gehorsam, Ordnung und Klarheit auch der Sinne und Gedanken, und als Gabe und Frucht das ewige Leben. (Spieker [5], S. 215)
 
Abend
 
Siehe, selig ist der Mensch, den Gott zurechtweist; darum widersetze dich der Zucht des Allmächtigen nicht. Denn er verletzt und verbindet; er zerschlägt, und seine Hand heilt. In sechs Trübsalen wird er dich erretten, und in sieben wird dich kein Übel anrühren. In der Hungersnot wird er dich vom Tod erlösen und im Kriege von des Schwertes Gewalt. Er wird dich verbergen vor der Geißel der Zunge, daß du dich nicht fürchten mußt, wenn Verderben kommt. Über Verderben und Hunger wirst du lachen und dich vor den wilden Tieren im Lande nicht fürchten. Denn dein Bund wird sein mit den Steinen auf dem Felde, und die wilden Tiere werden Frieden mit dir halten, und du wirst erfahren, daß deine Hütte Frieden hat, und wirst deine Stätte überschauen und nichts vermissen, und du wirst erfahren, daß deine Kinder sich mehren und deine Nachkommen wie das Gras auf Erden sind, und du wirst im Alter zu Grabe kommen, wie Garben eingebracht werden zur rechten Zeit. Siehe, das haben wir erforscht, so ist es; darauf höre und merke du dir's.
Hiob 5, 17-27 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Die Worte aus den Reden eines der Hiob-Freunde empfangen erst ihre volle Golddeckung, seitdem Jesus Christus zwischen Gott und uns Frieden gemacht hat. So ist Leiden nicht mehr Walten des göttlichen Zorns, sondern Heimsuchung des Vaters, der Sein Kind liebhat und züchtigt. Es erfährt, daß Leid und Trübsal es nicht von Gott trennen, sondern daß ihm mitten in der Angst der Trost Gottes nahe ist. (Spieker [5], S. 256)

Dienstag

16. SONNTAG NACH TRINITATIS

Morgen
 
Am nächsten Tag zogen wir weiter und kamen nach Cäsarea und gingen in das Haus des Philippus, des Evangelisten, der einer von den Sieben war, und blieben bei ihm. Der hatte vier Töchter, die waren Jungfrauen und weissagten. Und als wir mehrere Tage dablieben, kam ein Prophet mit Namen Agabus aus Judäa herab. Und als er zu uns kam, nahm er den Gürtel des Paulus und band sich die Füße und Hände und sprach: Das sagt der heilige Geist: Den Mann, dem dieser Gürtel gehört, werden die Juden in Jerusalem so binden und überantworten in die Hände der Heiden. Als wir aber das hörten, baten wir und die aus dem Ort, daß er nicht hinauf nach Jerusalem zöge. Paulus aber antwortete: Was macht ihr, daß ihr weint und brecht mir mein Herz? Denn ich bin bereit, nicht allein mich binden zu lassen, sondern auch zu sterben in Jerusalem für den Namen des Herrn Jesus. Da er sich aber nicht überreden ließ, schwiegen wir und sprachen: Des Herrn Wille geschehe.
Apg 21, 8-14 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Abend
 
Israel, du bringst dich ins Unglück; denn dein Heil steht allein bei mir. Wo ist dein König, der dir helfen kann in allen deinen Städten, und deine Richter, von denen du sagtest: Gib mir einen König und Obere? Ich gebe dir Könige in meinem Zorn und will sie dir nehmen in meinem Grimm. Die Schuld Ephraims ist zusammengebunden, und seine Sünde ist sicher verwahrt. Wehen kommen, daß er geboren werden soll, aber er ist ein unverständiges Kind: Wenn die Zeit gekommen ist, so will er den Mutterschoß nicht durchbrechen. Aber ich will sie aus dem Totenreich erlösen und vom Tode erretten. Tod, ich will dir ein Gift sein; Totenreich, ich will dir eine Pest sein; Rache kenne ich nicht mehr.
Hos 13, 9-14 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Mittwoch

16. SONNTAG NACH TRINITATIS

Morgen
 
{Und} als Jesus wieder herübergefahren war im Boot, versammelte sich eine große Menge bei ihm, und er war am See. Da kam einer von den Vorstehern der Synagoge, mit Namen Jaïrus. Und als er Jesus sah, fiel er ihm zu Füßen und bat ihn sehr und sprach: Meine Tochter liegt in den letzten Zügen; komm doch und lege deine Hände auf sie, damit sie gesund werde und lebe. Und er ging hin mit ihm. Und es folgte ihm eine große Menge, und sie umdrängten ihn. Als er noch so redete, kamen einige aus dem Hause des Vorstehers der Synagoge und sprachen: Deine Tochter ist gestorben; was bemühst du weiter den Meister? Jesus aber hörte mit an, was gesagt wurde, und sprach zu dem Vorsteher: Fürchte dich nicht, glaube nur! Und er ließ niemanden mit sich gehen als Petrus und Jakobus und Johannes, den Bruder des Jakobus. Und sie kamen in das Haus des Vorstehers, und er sah das Getümmel, und wie sehr sie weinten und heulten. Und er ging hinein und sprach zu ihnen: Was lärmt und weint ihr? Das Kind ist nicht gestorben, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Er aber trieb sie alle hinaus und nahm mit sich den Vater des Kindes und die Mutter und die bei ihm waren, und ging hinein, wo das Kind lag, und ergriff das Kind bei der Hand und sprach zu ihm: Talita kum! - das heißt übersetzt: Mädchen, ich sage dir, steh auf! Und sogleich stand das Mädchen auf und ging umher; es war aber zwölf Jahre alt. Und sie entsetzten sich sogleich über die Maßen. Und er gebot ihnen streng, daß es niemand wissen sollte, und sagte, sie sollten ihr zu essen geben.
Mark 5, 21-24.35-43 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
In Christus wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig. Wo Sein allmächtiges Wort eindringt in die Tiefe des Seelengrundes, da ruft Er das Leben wieder zurück, das schon im Entweichen war. Er selbst aber spürt, wie bei solchem Dienst Seine Kraft verströmt. Er muß hindurch durch Spott und Hohn der Menschen. [vgl. die Morgenlesung Woche des 17. So. nach Trinitatis am Montag Morgen] (Spieker [5], S. 241)
 
Abend
 
In Joppe war eine Jüngerin mit Namen Tabita, das heißt übersetzt: Reh. Die tat viele gute Werke und gab reichlich Almosen. Es begab sich aber zu der Zeit, daß sie krank wurde und starb. Da wuschen sie sie und legten sie in das Obergemach. Weil aber Lydda nahe bei Joppe ist, sandten die Jünger, als sie hörten, daß Petrus dort war, zwei Männer zu ihm und baten ihn: Säume nicht, zu uns zu kommen! Petrus aber stand auf und ging mit ihnen. Und als er hingekommen war, führten sie ihn hinauf in das Obergemach, und es traten alle Witwen zu ihm, weinten und zeigten ihm die Röcke und Kleider, die Tabita gemacht hatte, als sie noch bei ihnen war. Und als Petrus sie alle hinausgetrieben hatte, kniete er nieder, betete und wandte sich zu dem Leichnam und sprach: Tabita, steh auf! Und sie schlug ihre Augen auf; und als sie Petrus sah, setzte sie sich auf. Er aber gab ihr die Hand und ließ sie aufstehen und rief die Heiligen und die Witwen und stellte sie lebendig vor sie. Und das wurde in ganz Joppe bekannt, und viele kamen zum Glauben an den Herrn.
Apg 9, 36-42 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Die Gemeinde hat den lebendigen Herrn in ihrer Mitte. Von Ihm gehn wunderbare Lebenskräfte aus. Im vollmächtigen Wort Seiner Knechte macht Er gesund, wo Menschenkraft nichts mehr vermag. Er erweckt Herzen und Hände zu tätiger Liebe. Er ruft aus dem Tode ins Leben und bezeugt sich als Herr des Lebens. (Spieker [5], S. 240 f.)

Donnerstag

16. SONNTAG NACH TRINITATIS

Morgen
 
{denn} ich weiß, daß mir dies zum Heil ausgehen wird durch euer Gebet und durch den Beistand des Geistes Jesu Christi, wie ich sehnlich warte und hoffe, daß ich in keinem Stück zuschanden werde, sondern daß frei und offen, wie allezeit so auch jetzt, Christus verherrlicht werde an meinem Leibe, es sei durch Leben oder durch Tod. Denn Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. Wenn ich aber weiterleben soll im Fleisch, so dient mir das dazu, mehr Frucht zu schaffen; und so weiß ich nicht, was ich wählen soll. Denn es setzt mir beides hart zu: ich habe Lust, aus der Welt zu scheiden und bei Christus zu sein, was auch viel besser wäre; aber es ist nötiger, im Fleisch zu bleiben, um euretwillen. Und in solcher Zuversicht weiß ich, daß ich bleiben und bei euch allen sein werde, euch zur Förderung und zur Freude im Glauben, damit euer Rühmen in Christus Jesus größer werde durch mich, wenn ich wieder zu euch komme.
Phil 1, 19-26 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Das Geheimnis des Apostels: daß ihm alles zum Heil ausschlagen muß. es sei Leben oder Tod. Seine Lebensmitte heißt Christus, deshalb ist Sterben für ihn nicht Lebensverlust. sondern Gewinn. Aber wie ein Soldat auf seinem Posten zu bleiben hat, so hat der Apostel auszuharren in seiner irdischen Existenz. solange es Gott gefällt und sie der Förderung der Gemeinde dient. (Spieker [5], S. 250)
 
Abend
 
{Er} Abraham hat geglaubt auf Hoffnung, wo nichts zu hoffen war, daß er der Vater vieler Völker werde, wie zu ihm gesagt ist: »So zahlreich sollen deine Nachkommen sein.« Und er wurde nicht schwach im Glauben, als er auf seinen eigenen Leib sah, der schon erstorben war, weil er fast hundertjährig war, und auf den erstorbenen Leib der Sara. Denn er zweifelte nicht an der Verheißung Gottes durch Unglauben, sondern wurde stark im Glauben und gab Gott die Ehre und wußte aufs allergewisseste: was Gott verheißt, das kann er auch tun. Darum ist es ihm auch »zur Gerechtigkeit gerechnet worden«. Daß es ihm zugerechnet worden ist, ist aber nicht allein um seinetwillen geschrieben, sondern auch um unsertwillen, denen es zugerechnet werden soll, wenn wir glauben an den, der unsern Herrn Jesus auferweckt hat von den Toten, welcher ist um unsrer Sünden willen dahingegeben und um unsrer Rechtfertigung willen auferweckt.
Röm 4, 18-25 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Abraham traut Gott zu, daß Er Totes zum Leben erwecken kann. Darum ist er das Vorbild aller Glaubenden. Wir glauben, daß Gott uns aus Sünden auferwecken und mit Christus in ein neues Leben rufen kann. (Spieker [5], S. 191)

Freitag

16. SONNTAG NACH TRINITATIS


Morgen
 
Als nun Judas die Schar der Soldaten mit sich genommen hatte und Knechte von den Hohenpriestern und Pharisäern, kommt er dahin mit Fackeln, Lampen und mit Waffen. Da nun Jesus alles wußte, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus und sprach zu ihnen: Wen sucht ihr? Sie antworteten ihm: Jesus von Nazareth. Er spricht zu ihnen: Ich bin's! Judas aber, der ihn verriet, stand auch bei ihnen. Als nun Jesus zu ihnen sagte: Ich bin's!, wichen sie zurück und fielen zu Boden. Da fragte er sie abermals: Wen sucht ihr? Sie aber sprachen: Jesus von Nazareth. Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, daß ich es bin. Sucht ihr mich, so laßt diese gehen! Damit sollte das Wort erfüllt werden, das er gesagt hatte: Ich habe keinen von denen verloren, die du mir gegeben hast.
Joh 18, 3-9 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Er, der Sein Leben in königlicher Freiheit dahingibt, tritt bis zuletzt schützend vor die Seinen. »Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe / der gute Hirte leidet für die Schafe« (Spieker [5], S. 145)
 
Abend
 
{Und} dem Engel der Gemeinde in Smyrna schreibe: Das sagt der Erste und der Letzte, der tot war und ist lebendig geworden: Ich kenne deine Bedrängnis und deine Armut - du bist aber reich - und die Lästerung von denen, die sagen, sie seien Juden, und sind's nicht, sondern sind die Synagoge des Satans. Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst! Siehe, der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr versucht werdet, und ihr werdet in Bedrängnis sein zehn Tage. Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem soll kein Leid geschehen von dem zweiten Tode.
Offb 2, 8-11 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Gott wird Seine Gemeinde, die im Leiden bewährt ist, krönen mit dem Kranz des Lebens. (Spieker [5], S. 259)

Samstag

16. SONNTAG NACH TRINITATIS


Morgen
 
{Und er} Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Es stehen einige hier, die werden den Tod nicht schmecken, bis sie sehen das Reich Gottes kommen mit Kraft. Und nach sechs Tagen nahm Jesus mit sich Petrus, Jakobus und Johannes und führte sie auf einen hohen Berg, nur sie allein. Und er wurde vor ihnen verklärt; und seine Kleider wurden hell und sehr weiß, wie sie kein Bleicher auf Erden so weiß machen kann. Und es erschien ihnen Elia mit Mose, und sie redeten mit Jesus. Und Petrus fing an und sprach zu Jesus: Rabbi, hier ist für uns gut sein. Wir wollen drei Hütten bauen, dir eine, Mose eine und Elia eine. Er wußte aber nicht, was er redete; denn sie waren ganz verstört. Und es kam eine Wolke, die überschattete sie. Und eine Stimme geschah aus der Wolke: Das ist mein lieber Sohn; den sollt ihr hören! Und auf einmal, als sie um sich blickten, sahen sie niemand mehr bei sich als Jesus allein. Als sie aber vom Berge hinabgingen, gebot ihnen Jesus, daß sie niemandem sagen sollten, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn auferstünde von den Toten. Und sie behielten das Wort und befragten sich untereinander: Was ist das, auferstehen von den Toten?
Mark 9, 1-10 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
»Nach sechs Tagen« - Tagen schweren Kampfes und Zweifels, nachdem der Herr zu ersten Mal Sein Leiden angekündigt hatte [Mk. 8, 36 ff.] - werden die drei Jünger des innersten Kreises gewürdigt, einen Blick in die Zukunft zu tum: sie dürfen ihren Herrn in Seiner zukünftigen Lichtgestalt schauen. Daß Er zwischen Mose und Elia steht, den Märtyrern der Endzeit [Offb. 11, 3 ff.], bedeutet: auch Sein Weg führt durch das Martyrium hindurch. Aber das Ziel, dem Er entgegengeht. ist die Herrlichkeit. Die himmlische Stimme bezeichnet Ihn als Den, in welchem die Offenbarung Gottes zum Abschluß kommt. (Spieker [5], S. 68)
 
Abend


© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 04-11-24
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