Sonntag

12. Februar 2012

 

SEXAGESIMAE
Viererlei Ackerfeld

 

Predigttext

 

2. Kor (11, 18.23b-30) 12, 1-10 (IV. Reihe)

Wochenspruch

 

Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht.

Wochenlied

 

Herr, für dein Wort sei hoch gepreist (EG 196)
Es wolle Gott uns gnädig sein (EG 280)


Glaubenszeugen   Wochenspruch   Wochenpsalm

Alttestamentliche Lesung   Epistel   Evangelium   Abend
 
Gebete: Morgen   Mittag   Abend
 
Vorabend
 
Mitten im Fest ging Jesus hinauf in den Tempel und lehrte. Und die Juden verwunderten sich und sprachen: Wie kann dieser die Schrift verstehen, wenn er es doch nicht gelernt hat? Jesus antwortete ihnen und sprach: Meine Lehre ist nicht von mir, sondern von dem, der mich gesandt hat. Wenn jemand dessen Willen tun will, wird er innewerden, ob diese Lehre von Gott ist oder ob ich von mir selbst aus rede. Wer von sich selbst aus redet, der sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaftig, und keine Ungerechtigkeit ist in ihm.
[Hat euch nicht Mose das Gesetz gegeben? Und niemand unter euch tut das Gesetz. Warum sucht ihr mich zu töten? Das Volk antwortete: Du bist besessen; wer sucht dich zu töten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Ein einziges Werk habe ich getan, und es wundert euch alle. Mose hat euch doch die Beschneidung gegeben - nicht daß sie von Mose kommt, sondern von den Vätern -, und ihr beschneidet den Menschen auch am Sabbat. Wenn nun ein Mensch am Sabbat die Beschneidung empfängt, damit nicht das Gesetz des Mose gebrochen werde, was zürnt ihr dann mir, weil ich am Sabbat den ganzen Menschen gesund gemacht habe? Richtet nicht nach dem, was vor Augen ist, sondern richtet gerecht.]
Joh 7, 14-18 (19-24) Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Jesus redet nicht von sich selber, denn Er sucht nicht Seine eigne Ehre, sonder Er sucht die Ehre eines Andern. Darum bleibt Er im Gehorsam und hört einzig auf die Stimme Seines Vaters. Deshalb geschieht Sein Reden in der Vollmacht. Seine Botschaft enthüllt ihr Recht und ihren Anspruch nur dem Jünger, der im Gehorsam steht. (Spieker [5], S. 93)
 
Alttestamentliche Lesung
 
[Suchet den HERRN, solange er zu finden ist; rufet ihn an, solange er nahe ist. Der Gottlose lasse von seinem Wege und der Übeltäter von seinen Gedanken und bekehre sich zum HERRN, so wird er sich seiner erbarmen, und zu unserm Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung. Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR, sondern soviel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.]
Denn gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und läßt wachsen, daß sie gibt Samen, zu säen, und Brot, zu essen, so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein: Es wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun, was mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende. Denn ihr sollt in Freuden ausziehen und im Frieden geleitet werden.
Jes 55, (6-9) 10-12a Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Die Wirkungsmacht göttlicher Gedanken liegt beschlossen im Geheimnis des Wortes; es ist Same und Brot, es zeugt Leben und ist Speise. Das Wort soll seine Wirkung tun trotz aller Verhinderung durch den bösen Feind, trotz Herzenshärtigkeit, Oberflächlichkeit, Diesseitsgesinnung der Hörenden - es soll Herzen finden, die es aufnehmen. "Es genügt ein winziges Samenkorn, das der Priester des Herrn in die Seele des einfachen Mannes legt - es wird nicht sterben, sondern in seiner Seele durch das ganze Leben hindurch fortwirken" (Dostojewski). (Spieker [5], S. 77)
 
Epistel
 
Das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen Gottes, dem wir Rechenschaft geben müssen.
Hebr 4, 12-13 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Das göttliche Wort schneidet uns alle menschlichen Fluchtwege ab, auf welchen wir uns dem Anspruch Gottes zu entziehen trachten. Es gibt deshalb keine andere Möglichkeit, zur Ruhe und Geborgenheit in Gott zu gelangen, als daß wir dem Wort stille halten, uns von ihm richten und aufrichten lassen. (Spieker [5], S. 80)

Evangelium
 
Als nun eine große Menge beieinander war und sie aus den Städten zu ihm eilten, redete er in einem Gleichnis: Es ging ein Sämann aus, zu säen seinen Samen. Und indem er säte, fiel einiges auf den Weg und wurde zertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen's auf. Und einiges fiel auf den Fels; und als es aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte. Und einiges fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf und erstickten's. Und einiges fiel auf gutes Land; und es ging auf und trug hundertfach Frucht. Als er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre!
[Es fragten ihn aber seine Jünger, was dies Gleichnis bedeute. Er aber sprach: Euch ist's gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu verstehen, den andern aber in Gleichnissen, damit sie es nicht sehen, auch wenn sie es sehen, und nicht verstehen, auch wenn sie es hören. Das Gleichnis aber bedeutet dies: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber auf dem Weg, das sind die, die es hören; danach kommt der Teufel und nimmt das Wort aus ihrem Herzen, damit sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels sind die: wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an. Doch sie haben keine Wurzel; eine Zeitlang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Was aber unter die Dornen fiel, sind die, die es hören und gehen hin und ersticken unter den Sorgen, dem Reichtum und den Freuden des Lebens und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Land sind die, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld.]
Luk 8, 4-8 (9-15) Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Der Widersacher Gottes möchte die Lebenskeime des göttlichen Wortes unwirksam machen, ehe sie Frucht tragen. Die Hörer werden zur Entscheidung gerufen, ob sie die Botschaft annehmen oder verweigern, bewahren oder vergessen. Auch du bist gerufen, mit gesammelter Kraft und in großer Tiefe das dir anvertraute Wort aufzunehmen und zu bewahren.(Spieker, [5] S. 77)
 
Abend
 
Die Jünger traten zu Jesus und sprachen: Warum redest du zu ihnen in Gleichnissen? Er antwortete und sprach zu ihnen: Euch ist's gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen, diesen aber ist's nicht gegeben. Denn wer da hat, dem wird gegeben, daß er die Fülle habe; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat. Darum rede ich zu ihnen in Gleichnissen. Denn mit sehenden Augen sehen sie nicht und mit hörenden Ohren hören sie nicht; und sie verstehen es nicht. Und an ihnen wird die Weissagung Jesajas erfüllt, die da sagt: »Mit den Ohren werdet ihr hören und werdet es nicht verstehen; und mit sehenden Augen werdet ihr sehen und werdet es nicht erkennen. Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt: ihre Ohren hören schwer, und ihre Augen sind geschlossen, damit sie nicht etwa mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren, und ich ihnen helfe.« Aber selig sind eure Augen, daß sie sehen, und eure Ohren, daß sie hören. Wahrlich, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben begehrt, zu sehen, was ihr seht, und haben's nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben's nicht gehört.
Matth 13, 10-17 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
An der Gleichnisrede wird der Entscheidungscharakter der Botschaft Jesu sichtbar: sie gibt denen, die dafür geöffnet sind, Anteil am Geheimnis des Gottesreiches, sie schließt die Pforte der Wahrheit vor denen zu, die nicht bereitet sind. (Spieker, [5] S. 78)

© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 12-01-16
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