Sonntag

25. Dezember 2011

 

CHRISTFEST
Die Menschwerdung Gottes

 

Predigttext

 

1. Joh 3, 1-6 (IV. Reihe)

Wochenspruch

 

Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit.

Wochenlied

 

Gelobet seist du, Jesu Christ (EG 23)


Glaubenszeugen   Wochenspruch   Wochenpsalm
 
Christnacht   Uchte
 
Epistel   Abend
 
Gebete: Morgen   Mittag   Abend
 
Alttestamentliche Lesung
 
Es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen. Auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN. Und Wohlgefallen wird er haben an der Furcht des HERRN. Er wird nicht richten nach dem, was seine Augen sehen, noch Urteil sprechen nach dem, was seine Ohren hören, sondern wird mit Gerechtigkeit richten die Armen und rechtes Urteil sprechen den Elenden im Lande, und er wird mit dem Stabe seines Mundes den Gewalttätigen schlagen und mit dem Odem seiner Lippen den Gottlosen töten. Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden sein und die Treue der Gurt seiner Hüften. Da werden die Wölfe bei den Lämmern wohnen und die Panther bei den Böcken lagern. Ein kleiner Knabe wird Kälber und junge Löwen und Mastvieh miteinander treiben. Kühe und Bären werden zusammen weiden, daß ihre Jungen beieinander liegen, und Löwen werden Stroh fressen wie die Rinder. Und ein Säugling wird spielen am Loch der Otter, und ein entwöhntes Kind wird seine Hand stecken in die Höhle der Natter. Man wird nirgends Sünde tun noch freveln auf meinem ganzen heiligen Berge; denn das Land wird voll Erkenntnis des HERRN sein, wie Wasser das Meer bedeckt.
Jes 11, 1-9 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Als ein junges Reis am alten Stamm sieht der Prophet den Messias emporwachsen. Er schafft den Unterdrückten Recht und stürzt die Stolzen von ihrem Thron. Auch der Riß in der Schöpfung wird geheilt; statt einander zu vernichten, werden die Kreaturen einander wohltun und zum Leben verhelfen. (Spieker [5],  S. 15)
 
Epistel
 
Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn, den er eingesetzt hat zum Erben über alles, durch den er auch die Welt gemacht hat. Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat vollbracht die Reinigung von den Sünden und hat sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe
[und ist so viel höher geworden als die Engel, wie der Name, den er ererbt hat, höher ist als ihr Name. Denn zu welchem Engel hat Gott jemals gesagt: "Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt"? Und wiederum: "Ich werde sein Vater sein, und er wird mein Sohn sein"? Und wenn er den Erstgeborenen wieder einführt in die Welt, spricht er: "Und es sollen ihn alle Engel Gottes anbeten."]
Hebr 1, 1-3 (4-6) Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
In Christus ist die göttliche Herrlichkeit selber erschienen, in Ihm liegt ein getreuer Siegelabdruck des göttlichen Wesens vor uns. Die Engel wechseln ihre Gestalt, je nach ihrem Auftrag. Sie sind Flamme, Stimme oder Gesicht, Geistesmächte, aber für uns nicht personenhaft zu fassen. Christus aber ist der von Ewigkeit her Geborene. Er kommt unmittelbar aus dem Herzen Gottes und ist doch als ganz bestimmte Person mit Fleisch und Blut unter uns erschienen. (Spieker [5], S. 24)

Evangelium
 
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht ergriffen.
[Es war ein Mensch, von Gott gesandt, der hieß Johannes. Der kam zum Zeugnis, um von dem Licht zu zeugen, damit sie alle durch ihn glaubten. Er war nicht das Licht, sondern er sollte zeugen von dem Licht.]
Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn gemacht; aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind. Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.
Joh 1, 1-5 (6-8) 9-14 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Hinter der zeitlichen Geburt des Heilandes in unser Fleisch und Blut steht die ewige Geburt des Sohnes aus dem Vater. Meister Eckhart spricht von dem »ersten Ausbruch des Sohnes aus dem Vater«. Dieser ist so gewaltig, daß, wenn es tausend weitere Welten und mehr gäbe, die Wirkungsmacht des »ersten Ausbruchs« noch viel weiter reichte. So gibt uns Meister Eckhart eine Vorstellung von der Wirkungsmacht des göttlichen Wortes, von dem alle Dinge ihr Wesen haben, bis zuletzt, an der Wende der Zeiten, dieses göttliche Wort Gestalt annahm in Jesus Christus, fortwirkend in alle Ewigkeit. (Spieker [5], S. 24)
 
Abend
 
Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; auf daß seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, daß er's stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des HERRN Zebaoth.
Jes 9, 5-6 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Von dem Kind auf dem königlichen Thron und seinem ewigen Friedensreich (Spieker [5], S. 19)

Wochenspruch
 
Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit. Joh 1, 14a Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Der Herr ist nahe; das heißt nicht nur, daß der Herr in einem allgemeinen und zeitlosen Sinn uns immer und überall nahe ist, sondern daß Er zu uns kommt und daß wir Seiner Erscheinung entgegengehen. Diese Gewißheit ist der tragende Grund aller Mahnungen des Neuen Testamentes, darum auch dieses Aufrufes zur Freude. Das Wort "Freude" ist in unserer Sprache verwandt mit Frieden, so wie das entsprechende griechische Wort verwandt ist mit Gnade. Freude ist das Gefühl der innersten Lebensgesundeit, die kraftvoll ausschreitende Bewegung dessen, der seines Weges gewiß ist. Christus, der zu uns kommende Christus, ist der Lebensraum, in dem unser ganzes Leben genesen kann, und diese Frieden, Freude und Güte ausstrahlende Gesundung unseres ganzen Wesens ist das Kennzeichen einer christlichen Existenz, die davon durchdrungen ist, daß Christus nicht nur "alle Jahre wieder" zu uns kommt, sondern daß Seine endgültige Erscheinung unsere eigentliche Zukunft ist.
(Spieker [5], S. 14)

© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 11-10-09
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